Unsicherheit beim Sprechfunk-Training

Unsicherheit beim Sprechfunk-Training

Beitragvon porenn am Mi 30. Jul 2025, 09:51

Hi zusammen,
ich weiß, hier sind viele von euch schon deutlich weiter als ich, aber vielleicht erkennt sich ja jemand wieder oder kann was dazu sagen. Ich habe jetzt seit ein paar Wochen die Theorie und den Sprechfunkteil hinter mir – also zumindest den „offiziellen“ Part. Hat auch alles geklappt, Prüfung durch, keine groben Fehler, alles eigentlich okay.

Aber irgendwie… ich fühl mich trotzdem nicht wirklich sicher. Also nicht nur im Sinne von „ist ja alles neu“, sondern so ein ganz komisches Gefühl, dass ich beim nächsten Mal komplett den Faden verliere, sobald ich wirklich in einer Stresssituation bin oder einfach mal mehrere Dinge auf einmal passieren. Ich sitz dann manchmal vorm Funkgerät (bzw. meiner kleinen Simulation zuhause), fang an zu reden, und plötzlich ist alles weg. Keine Ahnung mehr, wie ich’s jetzt korrekt formulieren soll, was zuerst kommt, ob ich irgendwas vergessen hab. Und dann kommt so ein bisschen Panik hoch, obwohl’s eigentlich ja gerade nicht mal ernst ist.

Mir ist schon klar, dass Routine das irgendwann legt, aber ich frage mich halt: Wie lange dauert das bei euch so? Gibt’s vielleicht Wege, wie man sich in sowas wirklich reindenkt, damit es „schneller“ geht, wenn ihr versteht, was ich meine? Ich hab manchmal das Gefühl, dass es bei anderen wie selbstverständlich flutscht, während ich da ewig an einer simplen Positionsmeldung rumkaue. Und das nervt mich ehrlich gesagt auch, weil ich weiß, dass ich es ja eigentlich kann. Nur abrufen klappt halt nicht sauber.

Mich würde echt mal interessieren, ob das nur mein persönliches Kopfkino ist oder ob andere das auch kennen. Und wenn ja, wie ihr das irgendwann überwunden habt. Ging das mit mehr Praxis einfach weg, oder habt ihr bewusst an irgendwas gearbeitet, um sicherer zu werden? Vielleicht ist das ja einfach ein normaler Schritt und ich seh das grad nur zu eng.
porenn
 
Beiträge: 8
Registriert: Di 12. Dez 2023, 07:27

Re: Unsicherheit beim Sprechfunk-Training

Beitragvon Jasone am Mi 30. Jul 2025, 09:59

Hey Poren,
also erst mal danke, dass du das so ehrlich beschreibst. Ich hab beim Lesen ziemlich oft genickt, weil mir das fast genauso ging, nur dass ich das damals nie so richtig aussprechen konnte oder wollte. Man denkt ja schnell, man ist der Einzige, der so fühlt, und alle anderen hätten den Sprechfunk mit der Muttermilch aufgesogen. Aber Spoiler: Haben sie nicht.

Ich kann dir sagen, ich hab auch die Prüfung bestanden, alles formell richtig, sogar gelobt worden für meine klare Stimme. Und trotzdem hat’s mich beim ersten „echten“ Funkkontakt fast zerlegt. Ich war in der Situation, sollte was durchgeben, und mein Hirn hat einfach auf Pause gedrückt. Mir ist dann tatsächlich als Erstes das Rufzeichen des anderen nicht mehr eingefallen, obwohl ich das davor dreißig Mal gesagt hatte. Am Ende kam dann nur so ein genuscheltes Irgendwas raus, was kaum verständlich war. Danach war ich richtig frustriert.

Was mir geholfen hat, war ehrlich gesagt gar nicht so sehr nochmal hundertmal Theorie pauken, sondern mich mit ein paar Leuten zusammenzutun, die auch gerade durch waren. Wir haben uns regelmäßig verabredet, ein bisschen gequatscht, gegenseitig unsere Szenarien gebaut und uns dabei nicht verurteilt, wenn mal was daneben ging. Das hat die Hemmschwelle extrem gesenkt. Einer aus der Runde hatte z. B. auch ein online AZF-Kurs gemacht, der wohl nochmal viele Praxisbeispiele drin hatte – für ihn war das super, ich hab’s nicht gemacht, aber es zeigt halt: Es gibt verschiedene Wege.

Und ich glaub, ein ganz wichtiger Punkt ist, dass man sich selbst erlaubt, auch mal nicht perfekt zu sein.
Jasone
 
Beiträge: 9
Registriert: Di 12. Dez 2023, 07:32


Zurück zu Diverses

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Drograms und 2 Gäste

cron