Das Bundessportgericht des Deutschen Handball-Bundes hat in Kassel unter der Leitung des Solinger Rechtsanwalts Karl-Hermann Lauterbach nach mehrstündiger Beratung entschieden: Süd-Zweitligist Bergischer HC werden die Siege aus den Spielen gegen den TV Bittenfeld, beim HSC Coburg und gegen die HSG Frankfurt aberkannt. Damit stürzen die „Löwen“ von Rang drei mit bislang 19:7 Zählern ins Mittelfeld der Liga - bei nunmehr 13:13 Punkten. Dies ist allerdings noch Theorie, da nicht bekannt ist, ob der Punkteabzug direkt oder erst nach einem Revisionsverfahren wirksam wird.
Es ging um die Spielberechtigung von Hendrik Pekeler, der vor dem Bittenfeld-Spiel im Oberliga-Trikot der BHC-Zweiten die rote Karte mit Bericht gesehen hatte. Während in der Handball Bundesliga (HBL) dafür von allen 54 Profi-Klubs ein Spiel Sperre beschlossen wurde - die der Kreisläufer auch absaß -, zieht das Vergehen auf der Ebene des Deutschen Handball-Bundes (DHB) eine zweiwöchige Sperre nach sich. Und dieses Recht diente bei der Urteilsfindung nun wohl als Grundlage.
Der BHC muss noch einige Tage auf die Urteilsbegründung warten, Manager Stefan Adam kündigte weitere juristische Schritte - mit der Handball Bundesliga als Partner - an. „Ich bin über das Urteil höchstgradig erschüttert und enttäuscht. Das Verhalten der drei Vereine, die den Einspruch eingelegt haben, entsetzt mich“, so Adam in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem ST. Der Manager bleibt optimistisch und geht davon aus, dass am Ende des Revisionsverfahren so entschieden wird, wie es eigentlich sein müsste. Stefan Adam: „Die aktuellen Vorgänge haben nichts mit Sport zu tun. Ich habe das Gefühl, wir sind zum Opfer des Machtkampfs zwischen HBL und DHB geworden.“